Ein genialer Pionier des deutschen Wasserbauwesens. Aufgewachsen im damaligen „Kirchosten“, brachte er das an der unberechenbaren Oste erworbene Wissen über Deiche und Strömungen später im Süden Deutschlands zur vollen Entfaltung. Als großherzoglich-hessischer Oberbaurat erlangte er historische Berühmtheit durch seine wegweisenden Planungen zum Rheindurchstich im Hessischen Ried. Mit dieser monumentalen Flussbegradigung bändigte er die Hochwassergefahren des Rheins, legte riesige Sumpfgebiete trocken und schuf so sicheren Lebensraum sowie fruchtbares Kulturland für Generationen von Menschen.
Große Politik aus der Ostemarsch. Auf dem Gut Oberbülcken in Osten geboren, stieg er zu einem der einflussreichsten und streitbarsten Agrarexperten des deutschen Kaiserreichs auf. Als Hauptgeschäftsführer des mächtigen Bundes der Landwirte und wortgewaltiger Redner verteidigte er unerbittlich die Interessen der ländlichen Regionen gegen die fortschreitende Industrialisierung. Über Jahrzehnte vertrat er die Heimat als Abgeordneter im Deutschen Reichstag (1893–1903 und 1907–1912) sowie im Preußischen Abgeordnetenhaus (1893–1918) und brachte die Stimme der Elbe-Weser-Region direkt in die Reichshauptstadt Berlin.
Unser großer, tief in der Heimat verwurzelter Landschaftsmaler und ein echtes Ostener Urgestein. In einem fast ein Jahrhundert währenden Leben hielt er den Wandel und die unberührte Schönheit des Ostelandes auf der Leinwand fest. Mit unnachahmlichem Gespür für das Licht und die Weite der Marsch schuf er bleibende Meisterwerke, die historische Ewer auf dem Fluss, reetgedeckte Höfe und die raue Romantik der Deichlandschaft zeigen. Seine Bilder sind Kunstwerk und historisches Zeitzeugnis zugleich; seine private und öffentliche Sammlung wird im Dorf bis heute als kostbares Kulturerbe in Ehren gehalten.
Mehr über Diedrich Rusch >
Akademischer Maler und ein Hauch von Wiener Kunstgeschichte an der Oste. Nach seinem Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien verschlug es ihn 1945 nach Osten. Aus dem anfänglichen Exil wurde eine tiefe künstlerische Liebe zur norddeutschen Tiefebene. Über drei Jahrzehnte hinweg fing er mit meisterhaftem Pinselstrich die Weite der Ostemarsch, die reetgedeckten Höfe und das dramatische Licht des norddeutschen Himmels in beeindruckenden Ölgemälden und Aquarellen ein. Als geschätzter Dorfbewohner schlug er eine einzigartige Brücke zwischen österreichischer Maltradition und maritimer Flusslandschaft. Sein Haus in der Deichreihe musste dem Brückenbau weichen.
Freischaffender Künstler, Grafiker und der visuelle Chronist der Ostemarsch. Nach seinem Weg an die Oste fand er hier seine tiefste kreative Inspiration. Mit seinem außergewöhnlichen Auge als Fotograf fing er die Weite des Flusses, das Spiel des Lichts am Deich und die maritime Seele unseres Schwebefährendorfes in weltmeisterlichen Bildern ein. Als feinsinniger Grafiker und Designer prägte er das optische Erscheinungsbild zahlreicher regionaler Kulturprojekte und Heimatpublikationen. Sein Atelier in Isensee war über Jahre ein Ort des kreativen Austauschs, und mit seinen Ausstellungen hinterließ er ein bleibendes, tief poetisches Erbe in der Kunstlandschaft des Ostelandes.
In Bremen lebender gebürtiger Ostener Buchautor, Schauspieler und der literarische Herzschlag unseres Dorfes. In seinen Werken setzt er der Ostemarsch und ihren Bewohnern bleibende Denkmäler. Mit viel Feingefühl und eigenen Kindheitserinnerungen fing er in seinem bekannten Roman „Im Schatten der Schwebefähre“ (2013/14) den dörflichen Alltag der vergangenen Jahrzehnte ein, gefolgt von Werken wie „Wattengel“ und „Roter Mohn verblasst nicht“. Seine literarische Arbeit verbindet er in der eigenen Wattengel®-Werkstatt mit Ausstellungen in Bremen und Stade.
Neben dem Schreiben zieht es ihn seit 2010 auf die Bühne und vor die Kamera: Er ist festes Ensemblemitglied der Speicherbühne Bremen, wirkt in verschiedenen Chor- und Klangprojekten mit, übernahm diverse Komparsenrollen (u. a. im ARD-Drama „Die Affäre Borgward“) und begeistert bei szenischen Lesungen. Seine Lesereisen und Festival-Teilnahmen führten den vielseitigen Künstler sogar bis nach Kreta, wo er seine Romane direkt an den Originalschauplätzen zum Leben erweckt.
Ostener Kornbrenner, leidenschaftlicher Sammler und ein echtes Original mit Schippermütze. Von 1953 bis 1970 betrieb er mit seiner Frau Anne die historische Ostener Brennerei von 1825, in der zeitweise 84 verschiedene Branntweinsorten parallel destilliert wurden. Nach dem Ende des aktiven Brennereibetriebs trug das Ehepaar über 35 Jahre lang rund 4.500 kuriose Alkoholbehältnisse aus aller Welt zusammen – von denen 90 Prozent bis heute ihre Originalfüllung besitzen. Mit der Übergabe dieser hochprozentigen Sammlung an die Gemeinde legte er den Grundstein für das heutige weltbekannte Buddelmuseum in der Alten Rektorschule und bewahrte gleichzeitig die historischen Geräte der alten Destille für die Nachwelt.
Legendärer Fährkrug-Wirt, unermüdlicher Kämpfer und die gute Seele unseres Wahrzeichens. Als die Schwebefähre 1974 stillgelegt wurde und der Abriss drohte, gehörte er zu den mutigen Initiatoren, die das Denkmal in letzter Sekunde retteten. Sein Gasthaus direkt am Fluss wurde zum Geburtsort der Rettungsbewegung. Als Gründungsmitglied der Fördergesellschaft führte er den Verein von 1975 bis 2012 mit großem diplomatischen Geschick als 1. Vorsitzender an und ebnete den Weg für die feierliche Wiederinbetriebnahme im Jahr 2006. Für sein herausragendes Lebenswerk wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und erhielt 2012 die Ehrennadel der Gemeinde.
Ihm zu Ehren benannte der Verein am 10. April 2022 den Platz direkt vor der Fähre vereinsintern in „Horst-Ahlf-Platz“, nachdem der Gemeinderat einen entsprechenden Antrag abgelehnt hat.
Renommierter Journalist, Buchautor und unermüdlicher Vordenker für unsere Region, der in Hamburg und aktuell in Osten lebt. Er war über vier Jahrzehnte für den SPIEGEL tätig – unter anderem als Ressortleiter und Chefredakteur des Monatsmagazins Spiegel special.
Er zählt bereits seit 2001 zum engen Kreis der engagierten Schwebefährenretter und schlägt seither eine Brücke nach der anderen für das Osteland: Er ist Mitbegründer und langjähriger 1. Vorsitzender der AG Osteland e.V. sowie Vizepräsident des Weltverbandes der Schwebefähren. Als kreativer Kopf initiierte er die touristische Deutsche Fährstraße sowie die Deutsche Krimi-Straße. Für seine pointierten Sachbücher zur Umweltpolitik und sein herausragendes ehrenamtliches Engagement für das Natur- und Kulturerbe wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und erhielt 2013 die Ehrennadel der Gemeinde Osten.
Autor, Fotograf und der Motor hinter unserem Wahrzeichen. Seit 2012 führt er die Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre Osten-Hemmoor e.V. als 1. Vorsitzender an und steuert die Gondel als aktiver Fährmann selbst über die Oste. Durch seine weit über 20 Rundfunk- und TV-Auftritte wurde er in den Medien zum Gesicht der Schwebefähre und hat das Baudenkmal weit über die Grenzen des Ostelandes hinaus bundesweit bekannt gemacht.
Unter seinem Künstlernamen „Der Oestinger“ schreibt er packende Regionalkrimis (u. a. „... und still fließt die Oste“), die er bei seinen beliebten Krimi-Spaziergängen direkt im Ort erlebbar macht. Er leitet das Webprojekt Historisches Osten und wurde im Jahr 2010 mit der Ehrennadel der Gemeinde ausgezeichnet.
Volker Vogeler war einer der profiliertesten Drehbuchautoren und Regisseure des deutschen Fernsehens – und er hatte eine ganz besondere Beziehung zu Osten, wo er viele Jahre lebte, die Ruhe der Ostemarsch genoss und Kraft für seine Geschichten tankte.
Hier sind die wichtigsten Facetten seines Lebens und Wirkens, die ihn zu einem so bedeutenden Kopf unserer literarischen Dorfgeschichte machen:
Der Kopf hinter „Der Alte“
Auch wenn sein Name im Abspann oft schnell vorbeilief: Seine Geschichten kennt fast jeder in Deutschland. Volker Vogeler war der absolute Hauptautor der legendären ZDF-Krimiserie „Der Alte“. Über Jahrzehnte hinweg prägte er das deutsche Abendprogramm: Er schrieb das Drehbuch für die allererste Folge im Jahr 1977 (damals noch mit Siegfried Lowitz) und verfasste bis zu seinem Tod im Jahr 2005 stolze 195 Episoden der Erfolgsserie. Ein Rekord, der ihn zu einem der produktivsten Krimiautoren des Landes machte.
Seine filmischen Wurzeln
Bevor er sich ganz dem Fernsehkrimi verschrieb, feierte Vogeler große Erfolge im Kino. In den späten 1960er- und 70er-Anjahren gehörte er zu den profilierten Regisseuren des Neuen Deutschen Films.
Für sein Westerndrama „Jaider – der Jäger“ (1971) reiste er sogar bis nach Hollywood und wurde beim dortigen Filmfestival nominiert.
Für seinen Film „Das Tal der tanzenden Witwen“ (1975) holte er Weltstars wie den Oscar-Preisträger Anthony Quinn vor die Kamera.
Das Leben im Schwebefährendorf
Warum zieht es einen so erfolgreichen Filmemacher ausgerechnet an die Oste? Vogeler suchte und fand in Osten das, was die hektische Filmwelt ihm nicht bieten konnte: absolute Ruhe, Weite und die raue, ehrliche Romantik der norddeutschen Flusslandschaft. Er lebte in einem historischen Haus, am Rande der Gemeinde. Die weiten Deiche, der oft neblige Fluss und die Abgeschiedenheit boten ihm die perfekte Kulisse, um ungestört an den kniffligen Mordfällen für seine TV-Ermittler zu tüfteln.
Sein Vermächtnis für Osten
Volker Vogeler verstarb im April 2005 in Hamburg, doch seine Spuren in Osten bleiben unvergessen. Er bewies, dass unser kleines Dorf hinterm Deich ein Ort für große Kreativität ist. Dass die Deutsche Krimistraße heute genau an unserer Gemeindegrenze und damit an seinem Haus am Rönndeich entlangführt, ist auch ein klein wenig seinem filmischen Erbe zu verdanken – denn wo lässt es sich besser über Verbrechen schreiben als dort, wo der Hauptautor von „Der Alte“ einst aus dem Fenster auf die ruhige Ostemarsch blickte?
Ein hochkarätiger Journalist und Bestsellerautor, der mit seiner Frau Cornelia in Bremen und in seinem Haus an der Oste lebt. Er war über Jahrzehnte als Chefreporter für das Magazin GEO sowie als Reporter und Autor für den STERN weltweit im Einsatz, wo er sich einen Namen als Spezialist für dramatische und bewegende Geschichten machte. Heute nutzt er die inspirierende Ruhe an unserem Fluss, um zeitgeschichtliche Sachbücher und packende Romane zu schreiben, die zumeist auf wahren Begebenheiten beruhen. Zu seinen bekanntesten, in mehrere Sprachen übersetzten Werken gehören das Fluchtdrama „Mit dem Wind nach Westen“ sowie die Romane „Der letzte Tanz im Paradies“ und „Der fünfte Schatten“.
Unser offizieller Ortsheimatpfleger und der lebendige Hüter der Ostener Geschichte. Als leidenschaftliches Mitglied des Heimatvereins „An Moor un Diek e.V.“ sorgt er mit tiefem Fachwissen und feinem Humor dafür, dass die dörfliche Chronik alles andere als verstaubt wirkt. Legendär sind seine historischen Kostümführungen: In maßgeschneidertem Frack und Zylinder führt er Einheimische und Gäste durch den historischen Ortskern, entlang des Ostedeichs und erweckt die alten Baudenkmale, Sagen und Kaufmannsgeschichten der Region zum Leben. Für sein unermüdliches Engagement im Sinne der dörflichen Kultur und Gemeinschaft wurde er im Jahr 2013 mit der Ehrennadel der Gemeinde Osten ausgezeichnet.
Gelernte Fotografin, erfolgreiche Schriftstellerin und ein kreativer Leuchtturm direkt an unserer Gemeindegrenze. Sie schrieb Fernsehgeschichte als Autorin von „Watt Recht is, mutt Recht blieven“ (1982) – dem bis heute einzigen komplett plattdeutschen Tatort des NDR. Zudem war sie als federführende Drehbuchautorin an der beliebten TV-Serie „Onkel Bräsig“ nach Fritz Reuter beteiligt.
In Hüll an der Deutschen Krimistraße lebend, spezialisierte sie sich auf packende Kriminalromane mit dem typisch niederdeutschen Einschlag ihrer Heimat im flachen Land zwischen Elbe und Weser. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Dieter (1930–1998) schuf sie außerdem einen unvergänglichen Klassiker der deutschen Fernsehgeschichte: die philosophischen Kult-Schweinchen „Piggeldy und Frederick“.
Osten lebt vom Ehrenamt. Die folgenden Tabellen zeigen die Bürgerinnen und Bürger, die sich durch ihren außerordentlichen Einsatz für die Gemeinschaft verdient gemacht haben.
Träger des Bundesverdienstkreuzes
Die höchste Anerkennung der Bundesrepublik für den Einsatz um das Gemeinwohl erhielten aus unserem Dorf:
- Elke Kirmes
- Brigitte Zühlke
- Wilhelm Jonscheck
- Siegfried Wichmann
- Herbert Guthahn
- Jochen Bölsche
- Horst Ahlf
Ehrenbürger & Ehrenurkunden
Ehrenbürger der Gemeinde:
Irmgard Riedel, Wilhelm Jonscheck, Siegfried Wichmann
Ehrenurkunde der Gemeinde (2014):
Verliehen an die engagierten Teams der Hökerstube e.V. und der Kulturmühle e.V.
Die Ehrennadel der Gemeinde Osten
Seit 2010 zeichnet die Gemeinde verdiente Bürgerinnen und Bürger für ihr Lebenswerk oder herausragendes Engagement im Dorfleben aus:
2010: Irmgard Riedel und Karl-Heinz Brinkmann
2011: Wolfgang Schütz
2012: Horst Ahlf, Hermann Oellrich
2013: Frank Auf dem Felde und Jochen Bölsche
2014: Alfred Krause
2015: Rüdiger Toborg
2016: Ilse und Hans-Hermann Schmidt
2018: Heinz Oellrich und Wilfried Röndigs
2019: Herbert Guthahn
2020: Carsten Hubert und Lothar Klüser
2022: Silke Mahler
2023: Gerd Wichers, und Frank Bergander
2024: Dirk Klintworth
2025: Detlef Brandt und Frank Gätcke
Ein Blick in die politische Chronik: Diese Männer standen und stehen an der Spitze der Gemeinde und lenkten das Schwebefährendorf durch die Jahrzehnte und die verschiedenen Epochen der Regionalgeschichte.
1872 – 1876: Christian Ahlff
1876 – 1890: J. W. Richters
1890 – 1891: W. Fick
1891 – 1911: W. A. Lohse
1911 – 1935: Hermann Wisch
1935 – 1937: Ferdinand Schütt
1937 – 1945: Hans von Holten
1945 – 1946: Ernst Oelrich
1946 – 1953: Heinrich Moje
1953 – 1954: Heinrich Hammann
1955 – 1962: Hermann Jantzen
1962 – 1972: Wilhelm Jonscheck
1972 – 2001: Siegfried Wichmann
2001 – heute: Carsten Hubert
No Code Website Builder