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Jan ten Doornkaat Koolman (oft auch einfach Jan ten Doornkaat genannt) war ein echtes Ostener Original, dessen Wirken bis heute tief im Dorf verwurzelt ist. Er war nicht nur ein Meister seines Handwerks, sondern auch ein leidenschaftlicher Sammler mit einem ganz besonderen Sinn für Humor.
Ein Spross der großen Kornbrenner-Dynastie
Jan stammte in gerader Linie aus der berühmten holländisch-ostfriesischen Brennerei-Familie ten Doornkaat (bekannt durch den klaren Korn aus Norden). Doch sein Lebensmittelpunkt wurde Osten an der Oste. Von 1953 bis 1970 betrieb er gemeinsam mit seiner Frau Anne die im Jahr 1825 gegründete historische Ostener Kornbrennerei. Die beiden verstanden ihr Handwerk meisterhaft: In Spitzenzeiten destillierten sie in den alten Mauern am Deich unglaubliche 84 verschiedene Branntweinsorten parallel.
Das Markenzeichen: Die Schippermütze und die „Döntjes“
Wer an Jan ten Doornkaat denkt, der hat sofort ein ganz bestimmtes Bild vor Augen: Kaum ein Ostener oder Gast hat den leidenschaftlichen Brenner jemals ohne seine typische Schippermütze gesehen. Jan war ein begnadeter Erzähler. Wenn er Besucher durch seine Hallen oder das spätere Museum führte, sparte er nie mit humorvollen „Döntjes“ (norddeutschen Anekdoten). Seine Führungen waren legendär, weil er zu jeder einzelnen Flasche eine ganz persönliche Geschichte parat hatte.
Wie aus Schnapsflaschen eine Weltesammlung wurde
Als die aktive Brennerei 1970 schloss, war für Jan und Anne noch lange nicht Schluss. Über ein Dritteljahrhundert lang trugen die beiden auf Reisen und durch weltweite Kontakte alles zusammen, was ihnen an kuriosen Alkoholbehältnissen zwischen die Finger kam. Jan faszinierte dabei die pure Kreativität der Verpackungen: Ob eine Schnapsflasche wie Elvis Presley aussah, wie ein Atomkraftwerk oder eine geschmuggelte Prohibition-Milchflasche – er sicherte das Exponat. Das Besondere: Er sammelte keine leeren Altglas-Flaschen. Stolze neun Zehntel seiner über 4.500 Exponate blieben ungeöffnet und behielten ihre Originalfüllung.
Sein Vermächtnis an die Gemeinde
Jan ten Doornkaat ging es nie um den rein materiellen Wert, sondern um den Erhalt der Technik- und Kulturgeschichte. Als er die aktive Sammlertätigkeit 1989 beendete, übergab das Ehepaar die gesamte, einzigartige Kollektion in den Besitz der Gemeinde Osten. Jan sorgte zudem dafür, dass die alten Gärbottiche, Kompressorpumpen und Abfüllapparate der Brennerei aus dem frühen 19. Jahrhundert als historische Destille im Museum bewahrt wurden.
Anmerkung der Redaktion:
Und damit die vielen tausend Fläschchen hinterm Deich auch immer schön glänzen, lassen wir uns ab und zu etwas Besonderes einfallen: Bei jeder dritten Führung werden kurzerhand Staubwedel an die Besucher ausgegeben! Keine Sorge, der Fleiß wird belohnt – als Dankeschön für den tatkräftigen Einsatz gibt es im Anschluss natürlich auch schon mal einen hochprozentigen Schluck direkt aus der Historie unseres Schwebefährendorfes.
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